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Echte Akzeptanz ist ohne kognitive Defusion nicht möglich. Wenn ein Mensch sich völlig mit seinen Gedanken oder Erlebnissen identifiziert – wenn es heißt „ich bin Angst“, „ich bin Hilflosigkeit“, „ich bin ein Versager“ –, wird jede innere Schwierigkeit als Bedrohung für das eigene Selbst erlebt. Das ist dann nicht mehr bloß eine unangenehme Erfahrung, sondern das Gefühl, dass mit mir etwas nicht stimmt. In dieser Haltung kann man sich dem Erleben nicht öffnen – es tut zu weh, es ist zu gefährlich.
Kognitive Defusion erlaubt uns zu bemerken: Das ist nur ein Gedanke, das ist nur ein Gefühl, nicht die Wahrheit und nicht die Definition meiner Person. Sie schafft einen Raum zwischen dem „Ich“ und dem, „was in mir geschieht“. Und gerade in diesem Raum kann Akzeptanz entstehen – nicht als Resignation, sondern als eine Form von Präsenz und Respekt sich selbst gegenüber. Ich kann damit sein – ohne es zu werden.
Ohne Defusion verwandelt sich Akzeptanz leicht in Verschmelzung, und die Verschmelzung mit dem Schmerz führt eher zu Vermeidung als zum Leben.
Mit sich zu sein ist nicht bloß ein Zustand, sondern eine Fähigkeit.
Eine Fähigkeit, die allmählich und nicht ohne Mühe wächst. Es ist eine Praxis, die Aufmerksamkeit, Geduld und Klarheit braucht. Aber gerade diese Fähigkeit – in jedem Zustand bei sich zu bleiben – ermöglicht es uns am Ende, freier zu leben. Und manchmal – glücklich zu sein.